Sonderausstellung "Vergessene Waldkircher Eindrücke - Dora Vetter"

Die Sonderausstellung zu Dora Vetter war von langer Hand geplant. Sie hat sich aufgrund der Corona-Pandemie von 2021 auf das Jahr 2022 verschoben. Zunächst sollte der kleine Kunstraum des Elztalmuseums mit Werken der Künstlerin umgestaltet werden. Als dann aber nach ersten Recherchen meinerseits in alten Zeitungsartikeln und in Beständen des Museums neue einige Erkenntnisse über die Künstlerin ans Licht kamen, beschloss die Führung des Museums, der Künstlerin eine Sonderausstellung zu widmen. Eine schöne Idee, auch deswegen, weil in Waldkirch noch ein Kreis an Kunstinteressierten und Verwandten lebt, welcher die Künstlerin noch immer sehr schätzt. 

 

Für die Ausstellung selbst habe ich Recherchen in hausinternen und externen Museumsbeständen und in Archiven geleistet. Ergänzend dazu habe ich umfangreiche Quellen von Bekannten und Familienmitgliedern der Künstlerin erhalten. Um das Ergebnis der Recherchen für die Besucher*innen aufzubereiten, haben wir uns entschieden im Eingangsbereich des Ausstellungsraumes einen Zeitstrahl anzubringen. Hier können Betrachter*innen das Leben der Künstlerin chronologisch nachverfolgen und erfahren nicht nur Details über die Künstlerin Dora Vetter, sondern lernen auch den Menschen "Dorle" kennen. Eine Büste machte dabei das Aussehen Vetters für Betrachter*innen haptisch erfahrbar. Die Hängung der Ausstellung gliederte sich in die Bereiche: Arbeitsweise, Landschaften, Blumenstilleben, Porträt- und Genreszenen sowie Waldkircher Eindrücke. Die Hängung wurde recht eng ausgeführt, was lokalen Sehgewohnheiten und Wünschen der Auftraggeber entsprach.

 

Im Rahmen des museumspädagogischen Programms haben wir 3 Sonderführungen konzipiert. Ergänzend dazu haben wir einen Workshop gemacht, bei dem die Teilnehmenden am Marktplatz Waldkirchs Aquarelle anfertigen dürften. Die Künstlerin, die selbst pleinair gearbeitet hat, war oft an diesem Ort und hat seine  spezielle Atmosphäre in Bildern eingefangen. Es bot sich daher an, die Teilnehmenden auf den Spuren Dora Vetters in der Stadt selbst in das Geschehen eintauchen zu lassen.

 

Da es kein Verzeichnis von den Werken Vetters gibt und dem Museum und mir auch einige nicht bekannt sind, haben wir uns außerdem dazu entschlossen, einen Aufruf zu starten, bei dem Besitzer*innen ihre Werke dem Museum melden konnten. Dabei haben wir einiges an Rückmeldungen über Bilder erhalten, die sich vor allem in Waldkircher Privathaushalten befinden. Wir haben diese aufgenommen und werden in Zukunft weiter den Nachlass von Dora Vetter aufarbeiten. So werde ich den Nachlass der Künstlerin noch länger begleiten dürfen.